Wasser, Strom und elektronische Geräte

Eigentlich wollte ich etwas zu Drogen schrieben, aber als ich heute morgen unter der Dusche stand und kein Wasser hatte, dachte ich mir, das dieses Thema passender wäre. In Costa Rica hat jeder Mensch ein Recht auf Trinkwasser. Deshalb kann man auch oft das Leitungswasser trinken. In dem Haus, in dem ich lebe, kommt das Wasser direkt aus den Bergen, in der Hauptstadt zum Beispiel ist es allerdings nicht immer sicher, das Wasser zu trinken. Ich habe allerdings auch schon von dem Wasser in einem museum getrunken und mir geht es super. In der Schule gibt es, wie auch vor der Kirche, eine Art Waschbecken, an denen man Wasser trinkt. Man fragt dann auch im Unterricht, ob man rausgehen darf und Wasser trinken. Eine Flasche mit einem Getränk hat niemand dabei, man kauft sich höchstens einen von diesen kleinen TetraPaks mit Strohhalm (wie heißen die eigentlich?). Ich habe ja bereits ganz am Anfang geschrieben, dass ich heute morgen kein Wasser zum Duschen hatte, sowas kommt öfter vor (allerdings glücklicherweise nicht immer zu ungeeigneten Zeiten wie beim Duschen), nicht immer nur bei Bauarbeiten. Viele Familien haben einfach schon einen Eimer sauberes Wasser, wenn man sich zum Beispiel die Hände waschen möchte. Strom gibt es, im Gegensatz dazu, fast immer, außer es landet gerade ein Flugzeug auf dem Platz zum Kaffeetrocknen. In Nicaragua (das ist, für dir Geographie-Genies, links neben Costa Rica) ist das viel schlimmer. Dort gibt es meist nur ein paar Stunden am Tag Strom und in dieser Zeit auch nicht durchgehend. Das Land hat allerdings viel größere Probleme, aber das ist eine andere Geschichte. Die meisten Familien, die in Costa Rica leben, haben entweder keine besonders wertvollen (vom Geldwert her) Gegenstände außer einer Mikrowelle und einem Kühlschrank in ihrem Haus oder sie besitzen außerdem eine Alarmanlage oder viele Türen/Tore vor ihrem Haus. Elektronische Geräte sind hier sehr teuer, weshalb Leute sie oft in den USA kaufen. Daher gibt es bei costaricanischen Handys einen internationalen Unblock, der auch der Grund dafür war, dass ich so lange kein Internet hatte. Jetzt habe ich seit einiger Zeit eine SIM-Karte eines privaten Betreibers. Sonst ist Fernsehen als Jobby sehr beliebt, die meisten Leute hier lesen auch nicht. Im Gegensatz zu den Smartphones sind die Computer, falls die Familie einen besitzt, sehr veraltet.

So. Das war es erst mal. Vielen Dank fürs Lesen und n

nächstes Mal gibt es wieder ein spannenderes Thema.

liebe Grüße!

9.3.14 18:05, kommentieren

öffentliche Schule

Seit genau einer Woche gehe ich jetzt schon in die Schule hier. Theoretisch habe ich taeglich von 7.00 Uhr bis 15.00 Uhr Unterricht, das sind 10 Stunden. Allerdings fallen jeden Tag einige Stunden aus, weshalb ich meist zwischen drei und vier Stunden Unterricht habe und den Rest der Zeit mit Freunden auf dem mit Kaugummis bedeckten Fussboden sitze. Die staatliche Schule ist aber nicht so schlimm wie angenommen, mir wollte bisher noch niemand Drogen verkaufen und die Lehrer sind, wenn sie anwesend sind, auch sehr nett. Das Schueler-Lehrer-Verhaeltnis in Costa Rica ist deutlich entspannter als in Deutschland. Der Inhalt des Unterrichts ist natuerlich auf einem relativ niedrigen Niveau, allerdings wird die Schule auch von der Mehrheit der im Ort lebenden Jugendlichen besucht. Es gibt zehn Zehnte Klassen, meine Klasse besteht aus 22 Schuelern und Schuelerinnen. Ich habe momentan wenige Probleme, dem Unterricht zu folgen, weil die Ticos viel langesamer sprechen als Spanier und die Themen einfach sind. In Mathe benutzt man einen wissenschaftlichen Taschenrechner (ich bin mir nicht sicher, ob der so heisst, aber es ist einer, in den man einfach die Formel eingibt und ein Ergebnis erhaelt) und in Chemie haben wir ein anderes Periodensystem als in Deutschland. In dem Fach, das ich erst fuer Physik hielt (es heisst física mate) haben wir gelernt, wie sich das Komma bei Zehnerpotenzen veschiebt. Da ich keine gleichaltrigen Gastgeschwister habe, wusste ich nicht genau, welche Hefte / Bloecke ich fuer die Schule brauche. Ich hatte ein paar Ratschlaege von einer Freundin bekommen (die Hefte von Littlest PetShop hat), war aber mit meiner Gastfamilie einkaufen, weshalb ich zum Schluss auf mich selbst gestellt war. Ich stand dann vor einer riesigen Auswahl an "Heften", die doppelt so dick sind wie in Deutschland und ein bisschen kuerzer. Ausserdem gibt es welche fuer Maedchen und welche fuer Jungs. Ihr ahnt bestimmt, was jetzt kommt. Die fuer Jungs sind mit Autos und die fuer Maedchen rosa, mit Herzchen und Aufklebern. Es gibt sogar welche mit festem Einband, von denen habe ich aber nur eines gekauft, weil die 5 Euro pro Stueck kosten und ich 12 brauchte. Meine Mitschueler verwenden zum Teil Bloecke, die aber genauso aussehen, zum Teil auch Hefte, die aber nicht alle ganz so kitschig sind. Es gibt wohl auch welche mit weniger Glitzer und Hunden statt Herzchen. Eine andere Sache ist die Schuluniform. Die Hosen sind dunkelblau und die T-Shirts gruen, aber so, dass sie nach ein paar mal Waschen graublau werden. Ich sehe in meiner Schuluniform ein bisschen aus wie auf dem Reiterhof, ich konnte nicht mal eine wirklich eng anliegende Hose kaufen, da wir mit der Laenge schon genug Probleme hatten. Schuhe kaufen war genauso: Ich musste eine 40 kaufen, die ein bisschen knapp ist, denn 41 gibt es hier nicht. Eigentlich ist die Uniform aber keine grosse Sache. Es ist praktisch, morgens schon zu wissen, was man anzieht, und wenigstens falle ich nicht durch meine andersartige Kleidung auf. Das tue ich naemlich schon durch - was fuer eine Ueberraschung - meine Haarefarbe und besonders durch meine Augen, die von allen bewundert werden, was mich ziemlich ueberracht hat, was aber logisch ist. Es gibt mehr Menschen, die ihre Haare faerben, als sich Kontaktlinsen kaufen, um ihre Augenfarbe zu veraendern. Eine andere Austauschschuelerin, die einen Tag in meiner Klasse war, bevor sie gewechselt hat, faellt deutlich weniger auf, weil sie dunke Haare hat und ihren amerikanischen Akzent schon einigermassen verbergen kann (zumindest faellt er mir nicht mehr so deutlich auf). In der einstuendigen Mittagspause kaufe ich mir meist etwas an einem der beiden Kiosks oder in der Fruteria (dort gibt es nicht nur Fruechte, sondern auch Eis) oder bringe Obst und Kekse von zu Hause mit, aber ich habe mir jetzt auch ein Formular besorgt und will mir nun eine Karte akufen, mit der ich mir Essen in der Cafetaria kaufen kann, was sehr billig ist. Meistens holt mich meine Gastmutter von der Schule ab, manchmal gehe ich nach der Schule noch in den Park und fahre dann mit dem Taxi oder ich laufe, weil der Weg, im Gegensatz dazu, was die Einheimischen sagen, wirklich nicht besonders weit ist (dafuer hat er eine ganz schoene Steigung). Liebe Gruesse!

22.2.14 00:00, kommentieren

Die ersten Tage

Mittlerweile habe ich, wie man sieht, zumindest zeitweise Internet. Momentan sind zum Glück noch Ferien, die ich auch voll ausnutze: Entweder ich unternehme etwas mit meiner (super lieben J) Gastfamilie oder treffe mich mit anderen Leuten in meinem Alter, die ich auch durch meine Gastfamilie kenne. Aber am Montag beginnt für mich wieder die Schule und ich habe noch nicht mal schwarze Schuhe für die Uniform… Nun ja. Ich bewohne hier ein wunderschönes Zimmer und das Essen ist einfach genial, selbstgemacht sind Tortillas eben viel besser und Zuckerrohr schmeckt einfach köstlich. Stellt euch schon einmal darauf ein, dass ich als Reis-mit-Bohnenpaste-Kugel zurückrollen werde. Und mit einem stylischen Sonnenstich.

Ich werde dann mal versuchen zusammenzufassen, was ich in meinen ersten Tagen hier so gemacht habe. Zunächst wurde ich nach dem Einführungsseminar von meiner Gastfamilie abgeholt. Wir sind zu meinem neuen Zuhause gefahren, einem wunderschönen Haus, und dann weiter, zur Verwandtschaft der Familie. Dort wurde ich gleich mit einigen kulturellen Unterschieden bekannt gemacht, etwa, dass man mit dem Essen nicht auf die anderen wartet. Hier begründet man das, wie vieles andere, mit „¡Pura Vida!“.J Die Wahlen sind auch ganz anders als in Deutschland. Man feiert die Wahl und „seine“ Partei und die Menschen gehen auf die Straße. Die Leute hier sind generell viel offener als in Deutschland, ich wurde beispielsweise spontan von Personen, die ich nicht kannte, gefragt, ob ich gleich mit zu ihnen nach Hause kommen will. Also, von Leuten, die meine Gastfamilie kannte, damit hier keine falschen Eindrücke entstehen. Was auch genial sind, sind Flora und Fauna. Der Kaffee kommt direkt vom nächsten Berg und die Orangen direkt vom Baum im eigenen Garten. Das alles schmeckt viel besser, wenn es noch keine halbe Weltreise mitmachen musste. Außerdem gibt es viele Mariposas, das sind, auf Deutsch, Schmetterlinge, in unterschiedlichen Farben. Costa Rica fasziniert aber auch durch seine Verschiedenartigkeit der Landschaften. Das Central Valley ist flach, die Region darum herum besteht fast ausschließlich aus Bergen und die Küsten sind wieder eben. Außerdem gibt es in einem Ort zum Beispiel fast ausschließlich Möbelgeschäfte, in einem anderen weiden viele Kühe. Ich bin wirklich froh, dass meine Gastfamilie mir auch ihr Land zeigen will und wir Ausflüge machen. Es war zwar schon eine Umstellung, plötzlich einen sieben Jahre alten Bruder zu haben, aber soweit ich das bisher beurteilen kann, verstehen wir uns super. Wörtlich.

Das war es dann auch erst mal, viele, viele Grüße aus dem sonnigen Costa Rica und bis bald, ¡Pura Vida!


6.2.14 20:44, kommentieren

Erster Tag in Costa Rica

Gestern bin ich, zusammen mit zwei anderen Deutschen, die auch mit TravelWorks hier sind, nach einen langen Flug und Einreise nach Amerika endlich am San José Santa María Airport, der eigentlich nicht in der Hauptstadt, sondern in Alajuela, ist, angekommen. Dort haben wir noch ein paar andere deutsche Austauschschüler getroffen und sind nach San José gefahren. Hier ist es schön warm (obwohl es gerade mal 7.00 Uhr morgens ist) und wir befinden uns in einem hübschen Hostel in der Hauptstadt. Ist eigentlich alles ganz cool hier.

1 Kommentar 1.2.14 07:47, kommentieren

Letzter Tag in Deutschland

Also. Morgen werde ich nach Costa Rica fliegen. ✈ Das Ganze ist immer noch total unrealistisch, ich kann es gar nicht fassen, dass ich dann für ein halbes Jahr weg bin, weil ich bis heute immer nur für mein Latinum gelernt habe und noch gar keine Zeit hatte, mir darüber Gedanken zu machen. Da war ich allerdings so ziemlich die einzige, denn ich bekomme schon seit Tagen (wem mache ich hier eigentlich etwas vor, seit Wochen) dauernd gesagt, dass es toll ist, dass ich das mache, werde zum Abschied nochmal gedrückt oder bekomme Geschenke. Was ich übrigens super lieb von euch allen finde. Ich werde euch vermissen. Sonst gibt es nicht viel zu sagen, später werde ich noch meinen Koffer fertig packen.

Liebe Grüße, noch aus Deutschland! ��

30.1.14 20:07, kommentieren


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